Um die Klima- und Ausbauziele zu erreichen, seien verlässliche Investitionsbedingungen in allen Photovoltaik-Marktsegmenten notwendig – einschließlich der Förderung von Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird, so der Verband. Statt das Tempo der Energiewende durch Debatten über eine Drosselung der Photovoltaik auszubremsen, müsse die Bundesregierung den Ausbau in allen relevanten Segmenten vorantreiben, Speicher und Netze schneller ausbauen und den Sonnenstrom systemdienlich integrieren.
„Framing von Wind und Solar als Kostentreiber ist falsch und gefährlich“
Auch die Energiegenossenschaft Green Planet Energy kritisierte den Vorstoß der Ministerin. Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy, betonte, dass das Framing von Wind- und Solarenergie als Kostentreiber falsch und gefährlich sei. Dadurch werde die Akzeptanz für die Energiewende aufs Spiel gesetzt. Private Photovoltaikanlagen machten die Energiewende erlebbar und stellten einen niedrigschwelligen Einstieg in Elektromobilität und Wärmewende dar – und seien somit ein wichtiger Faktor für die Sektorenkopplung.
Dähling verwies zudem darauf, dass private Solaranlagen eine der einfachsten Möglichkeiten seien, Stromerzeugung und -verbrauch zu synchronisieren, ohne das Stromnetz zu belasten. Statt „populistischer Debatten“ seien seriöse Vorschläge für das Strommarktsystem der Zukunft nötig. Für eine effiziente Umstellung auf ein 100-Prozent-Erneuerbaren-Energiesystem sei eine sinnvolle Reform der Einspeisevergütung erforderlich, die finanzielle Anreize setze, damit sich Anlagen automatisiert systemdienlich verhalten. Ein geringerer Ausbau erneuerbarer Energien hätte nicht nur negative Folgen für das Klima und die Versorgungssicherheit, sondern würde langfristig auch die Stromkosten erhöhen.
BSW-Solar: Starke öffentliche Unterstützung trotz Förderunsicherheit
Laut einer Umfrage unter Solarinstallateuren würden nur vier von zehn Kunden ohne Förderung noch eine Solaranlage im Heimsegment anschaffen. Zudem zeigen repräsentative Umfragen, dass eine parteiübergreifende Mehrheit der Bevölkerung Solarenergie als beliebteste Stromart sieht und den Photovoltaik-Ausbau unterstützt. Die Gebäude-Photovoltaik gilt als Schlüsselfaktor für die breite Zustimmung zur Energiewende.
Der BSW-Solar lehnt auch Pläne ab, Betreiber von Solaranlagen stärker an den Netzkosten zu beteiligen. Die Kombination von Solaranlagen mit Batteriespeichern, Elektroautos oder Wärmepumpen ermögliche eine effiziente Netznutzung und sei bereits heute Standard bei privaten Dachanlagen. Durch den lokalen Verbrauch selbst erzeugten Stroms werde Netzkapazität geschont, zusätzlicher Netzausbau reduziert und damit Kosten gesenkt. Eine Beteiligung solarer Prosumer an den Netzkosten hält der Verband daher für nicht gerechtfertigt.