Facility Management

Neues Tool zur Integration von Wärmepumpen in Wärmenetze


Am Projekt beteiligt sind zudem die Hochschule für angewandte Wissenschaften München, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE sowie die Stadtwerke am See GmbH Überlingen, die Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm und die Danpower GmbH. Die Projektkoordination übernimmt der Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Ministeriums.

Standardisierung als Schlüssel zur Wärmenetztransformation

Laut dem Forschungsteam liegt ein großes CO₂-Einsparpotenzial in der Transformation kleiner und mittlerer Bestandsfernwärmenetze – also solcher mit einer Leistung zwischen 300 Kilowatt und 10 Megawatt. Diese versorgen typischerweise Wohnquartiere oder Stadtteile mit mehreren hundert bis tausenden Einwohnern. Laut Prof. Dr. Madjid Madjidi von der Hochschule München könnten durch die nachhaltige Umstellung dieser Netze jährlich bis zu 200.000 Tonnen CO₂ eingespart werden – perspektivisch sogar bis zu zehn Millionen Tonnen.

Die Projektpartner sehen vor allem bei kleineren Wärmeversorgern große Hürden: fehlendes technisches Know-how, aufwendige Planungsprozesse und bürokratische Anforderungen erschweren die Umstellung. „Eine nachhaltige Transformation dieser Wärmenetze kann nur durch Standardisierung und Systematisierung der Umstellprozesse gelingen“, so Mathias Lanezki von Drees & Sommer.

Simulationen für die Praxis

Um die Umrüstung planbar zu machen, entwickelt das Forschungsteam ein digitales Werkzeug, das mithilfe von Simulationen die Wärmeversorgung unterschiedlicher Verbraucher und die Kombination verschiedener Wärmeerzeuger abbildet. Ein erster Software-Demonstrator wurde bereits erstellt und validiert. Die Ergebnisse seien mit etablierten Tools vergleichbar, benötigen den Forschenden zufolge aber deutlich weniger Zeit. Nach Projektabschluss soll das Tool Energieversorgern und Netzbetreibern als praktische Orientierungshilfe dienen – und damit einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten.