Für den Klimaschutz ist die Entwicklung ermutigend, die Heizungsindustrie verweist indes darauf, dass der Gesamtmarkt deutlich geschrumpft ist. So sei der Gesamtabsatz nach einem schon sehr schwachen Jahr 2024 erneut um 22 Prozent auf 296.500 abgesetzte Heizungen geschrumpft ist. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, droht der Branche das schlechteste Jahresergebnis der vergangenen 15 Jahre“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie (BDH).
Im Bereich der Wärmepumpen dominieren Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 131.500 Einheiten (+60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) deutlich von Sole-Wasser-Anlagen mit 6.500 Einheiten (-1 Prozent) und Wasser-Wasser und sonstigen Wärmepumpen mit 1.500 Einheiten (-23 Prozent). 2.500 der insgesamt abgesetzten Anlagen sind Hybrid-Wärmepumpen.
Pelletheizungen: Absatz legt um 60 Prozent zu
Im Bereich der Biomasse liegen Pelletheizungen mit 8.500 abgesetzten Einheiten (+60 Prozent) an der Spitze vor Scheitholzanlagen mit einem Absatz von 2.500 Geräten (+21 Prozent) sowie Kombikesseln (1.500, +67 Prozent) und Hackschnitzel (1.500, -6 Prozent).
Keine gute Nachricht für den Klimaschutz ist die Entwicklung der Solarthermie, deren Absatz im ersten Halbjahr um 52 Prozent auf eine Kollektorfläche von 58.000 m² gesunken ist. Der Absatz von Wärmespeicher sank um ein Prozent auf 313.500 Einheiten.
BDH kritisiert anhaltende Verunsicherung der Verbraucher
Der BDH sieht die zentrale Ursache für die „anhaltend schwache Marktentwicklung“ in einer anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher. „Die aktuell gültige Rechtslage sowie die im Koalitionsvertrag angekündigte Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes sorgen für fehlende Planungssicherheit“, kritisiert der Verband. Hinzu kämen immer wieder politisch motivierte Aussagen über die Förderkonditionen. Infolge dieser Unsicherheit hielten sich viele Modernisierungswillige mit einer umfassenden Investition in neue Heiztechnik zurück.
„Die aktuelle Entwicklung gefährdet nicht nur die klimapolitischen Zielsetzungen im Gebäudesektor, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit einer Schlüsselbranche mit rund 84.000 Beschäftigten“, so der BDH. Der Verband betont die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Heizungsindustrie für den Standort Deutschland – insbesondere mit Blick auf Produktion und industrielle Wertschöpfung.
Branche fordert zügige gesetzliche Klarheit und verlässliche Förderung
Der BDH appelliert an die Bundesregierung, rasch für verlässliche, verständliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen zu sorgen – sowohl im Ordnungsrecht als auch bei der finanziellen Förderung. Mit den steigenden Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel für den Gebäudesektor stehe ein solider Finanzrahmen zur Verfügung. „Diese Mittel sollten gezielt eingesetzt werden, um die Klimaschutzanstrengungen im Gebäudesektor zu unterstützen.“ Mit den richtigen Rahmenbedingungen könne die Heizungsbranche zu einem Wachstumsmotor werden und überproportional zur Wertschöpfung beitragen.
Der BDH verweist auf den dena-Gebäudereport, nach dem rund vier Millionen Heizungen in Deutschland älter als 30 Jahre seien. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten ab sofort jedes Jahr über eine Million Heizsysteme modernisiert werden. „Damit dies gelingt, braucht es verlässliche gesetzliche Vorgaben, stabile Förderbedingungen und planbare Energiekosten. Nur so entsteht das Vertrauen, das private Haushalte für zukunftsweisende Investitionen benötigen.“