Facility Management

Erneuerbare Wärme: Bioenergie erreicht 2024 Anteil von 80 Prozent


Erneuerbare Wärme trägt demnach in Deutschland derzeit mit rund 18 Prozent zur Wärmeversorgung bei und wird vor allem aus fester ⁠Biomasse, insbesondere aus Scheitholz, Holzpellets und Holzhackschnitzeln, erzeugt. Sie kommen nicht nur in Öfen und Kesseln privater Haushalte zum Einsatz, sondern auch in größeren Gebäuden und an Wärmenetzen von Kommunen, Unternehmen, Stadtwerken und Energieversorgern. Neben Energieholz werden auch Stroh, Miscanthus und Paludi-Biomasse aus wiedervernässten Mooren genutzt.

Die Feinstaubemissionen in Deutschland sind nach FNR-Angaben seit Jahrzehnten stetig rückläufig und so auch die Emissionen aus den Holzfeuerungen. „Technischer Fortschritt bei Effizienz und Emissionen von Holzheizungen, angereizt durch strenge Emissionsregelungen sowie Förderprogramme für besonders emissionsarme Holzheizungen, haben diese Entwicklung begünstigt.“ Hersteller von Pelletheizungen, Hackschnitzel- und Scheitholzkesseln hätten in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Sachen Effizienzsteigerung und Emissionsminderung gemacht.

Große Biomasseanlagen setzen vorwiegend auf Holz aus Kaskadennutzung

Ergebnisse aus dem Monitoring der Holzverwendung in Deutschland belegten, dass in großen Biomasseanlagen der Energieversorger und Industrieunternehmen bis zu 87 Prozent Altholz und Restholz aus Kaskadennutzung für die Erzeugung von Strom und Prozesswärme sowie Fernwärme zum Einsatz kommen. Auch in den Holzheizungen und Heizwerken im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie Kommunen kommt überwiegend Wald- und Industrierestholz sowie Energieholz aus der Landschaftspflege zum Einsatz.

Beim Energieholzeinsatz in privaten Haushalten liegt der Anteil von Holzsortimenten aus Kaskadennutzung bei rund 50 Prozent. Der Einsatz von Waldholz, meist als Scheitholz aus eigenem Waldbesitz oder von Selbstwerbern als Waldrestholz/Kronenholz in Kommunal- und Landeswald gewonnen, erfolgt in den Kamin- und Kachelöfen sowie Scheitholzvergasern der privaten Haushalte. „Mit Holzpellets kommt in zunehmender Menge ein Energieholzprodukt in privaten Haushalten zum Einsatz, das besonders effizientes und emissionsarmes Heizen mit Holz ermöglicht.“

Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverfügbarkeit

Auch Waldholz werde weiterhin Bestandteil des Biomasseaufkommens zur Energiegewinnung bleiben. Holzentnahme im Wald geschieht zum einen aufgrund der forstlichen Eingriffe beim Umbau bestehender, nicht standortgerechter Wälder in klimastabilere Mischbestände. Dabei fällt neben hochwertigem Stammholz auch Durchforstungs- und Restholz an, das nicht als Bauholz oder zur industriellen Weiterverarbeitung geeignet ist. Zum zweiten verursachen Kalamitätsereignisse ein jährliches Schadholzaufkommen, dessen anderweitige Nutzung etwa aus Gründen der Holzqualität oder des Logistikaufwands wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Zum dritten bieten Kleinprivatwaldbesitzer, die aufgrund zu geringer Holzmengen nicht die Säge- und Holzwerkstoffindustrie beliefern, Waldenergieholz an.

In der Nutzung regional nachhaltig verfügbarer Ressourcen und der Kombination verschiedener erneuerbarer Energieträger lägen große Chancen für eine sichere und preisstabile Wärmeversorgung, betont die FNR. „Bei Heizungssystemen mit Wärmespeicher und in Wärmenetzen können mehrere erneuerbare Wärmeerzeuger wie Solarthermie-, Umweltwärme- und Biomasseanlagen gekoppelt werden.“ Die Biomasse spiele hier ihre Stärken als günstiger und saisonal speicherbarer Energieträger aus und decke dabei insbesondere in kalten Wintermonaten die Spitzenlasten ab. Sie springe aber auch zuverlässig in Dunkelflauten ein, wenn erneuerbarer Strom für Wärmepumpen aus Sonne und Wind knapp ist.

Wärme aus Biogas und Biomethan legt zu

Der Einsatz von Biogas, Biomethan und Klärgas für erneuerbare Wärme hat an Bedeutung gewonnen. Zudem wird biogener Abfall z. B. in städtischen Müllheizkraftwerken zur Energieerzeugung genutzt. Der Einsatz von flüssigen Biobrennstoffen, etwa als Bioheizöl, hat eine vergleichsweise geringe Bedeutung. „Wichtige Optionen neben Biomasse sind Solarthermie, Geothermie und Umweltwärme einschließlich der mit erneuerbarem Strom betriebenen Wärmepumpen.