Klimaneutraler Gebäudesektor: Neues Positionspapier


Der Gebäudesektor hat sein Klimaziel des vergangenen Jahres bereits als einziger knapp verfehlt. Das Bundesbauministerium ist deshalb gesetzlich verpflichtet, ein Sofortprogramm vorzulegen. Berechnungen zeigten zudem, dass bis zum Jahr 2030 eine drastisch wachsende Ziellücke entstehe, wenn nicht schnell gegengesteuert wird und bis dahin fast 45 Prozent der aktuellen Treibhausgasemissionen eingespart werden.


Das Bündnis aus Umweltverbänden, Gewerkschaften, Verbraucherschutz-, Mieterschutz- und Unternehmensverbänden setze mit seinen Forderungen ein klares Zeichen für ambitionierten Klimaschutz im Gebäudesektor und betont dabei auch die Chancen. Konkret fordert die Gebäude-Allianz ein besseres Zusammenspiel aus Fördern und Fordern: Unterstützt durch bedarfsgerechte Förderprogramme sollen energetische Mindeststandards für Bestandsgebäude den Eigentümern den Weg zur Klimaneutralität aufzeigen und zusätzliche Modernisierungen, besonders der Gebäude mit den höchsten Energiebedarfen, anstoßen.


Bei der Lastenverteilung der CO2-Bepreisung zwischen Mietern und Vermietern sei es „dringend geboten“, die Abwälzung der gesamten Kosten allein auf die Mieter umgehend zu beenden, da Mieter keinen Einfluss auf den energetischen Zustand ihrer Wohnung oder die Art der Heizung haben. Zudem müssten bereits heute erprobte Technologien für eine erneuerbare Wärmeversorgung verstärkt zum Einsatz kommen und fossile „Lock-in-Effekte“ vermieden werden. Auch die öffentliche Hand müsse ihren Beitrag zur Zielerreichung im Gebäudesektor leisten und neue Gebäude bereits ab 2023 klimaneutral bauen sowie eine verbindliche höhere Modernisierungsrate umsetzen und Lebenszyklusanalysen beauftragen.


„Der Gebäudesektor ist für etwa ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und das Schlusslicht bei der Erfüllung der Klimaziele“, sagt BEE-Präsidentin Simone Peter. Deshalb seien erneuerbare Energien hier in besonderem Maße voranzubringen. „Es gibt dabei keine technischen Restriktionen mehr, die gegen deren Einsatz sprechen. Zudem ist die CO2-Bepreisung sozial gerecht auszugestalten, um die Akzeptanz des wichtigen Lenkungsinstruments auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bestand nicht zu gefährden.“