Das neue Projekt „Entranze“ soll politische Entscheidungsträger in den EU-Mitgliedsstaaten dabei unterstützen, Maßnahmen und politische Instrumente für die Erreichung einer besseren Energieeffizienz in Gebäuden zu entwickeln. Das teilte das Öko-Institut, Freiburg, mit, das an dem Projekt beteiligt ist.
Das Vorhaben wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des so genannten Intelligent Energy Europe-Programms gefördert. Die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD) muss 2012 in allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Gemäß der Richtlinie müssen alle neuen Gebäude, die von öffentlichen Einrichtungen genutzt bzw. erworben werden, ab 2019 sogenannte Niedrigstenergie-Häuser („nearly zero-energy building") sein. Bei diesen Gebäuden liegt der Energiebedarf fast bei null. Ab 2020 gilt diese Regelung für sämtliche Neubauten in der EU. Die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, eigene Fahrpläne vorzulegen, welche die nationalen, regionalen oder lokalen Bedingungen widerspiegeln.
Das Projekt soll die Mitgliedstaaten zum einen dabei unterstützen, die Sanierungsquoten für Niedrigstenergie-Gebäude zu erhöhen und zum anderen den Einsatz von erneuerbaren Energien zum Heizen und Kühlen im bestehenden Gebäudebestand zu fördern. Kernstück des Projekts sei der Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern und Experten. „Entranze“ konzentriere sich dabei auf neun Länder, die mehr als 60 Prozent des EU-27 Gebäudebestands umfassen. Darüber hinaus werde ein Online-Datenbank-Tool zur Verfügung gestellt, das Gebäudedaten und Energiebedarfsszenarien bereitstellen, Analysen zu Kostenoptimierungspotenzialen bei Niedrigstenergie-Häusern liefern sowie Strategien und Maßnahmen, wie die Standards in den jeweiligen Ländern umgesetzt werden können, präsentieren soll. Das Projekt decke die gesamte EU-27 plus Kroatien und Serbien ab. Die wichtigsten Zielländer seien die der Projektpartner. Projektkoordinator ist die Energy Economics Group der TU Wien.
