Niedrigenergiegebäude sollen Baubranche aus der Krise helfen


Mit Niedrigenergiehäusern will die Europäische Kommission der Bauwirtschaft aus der Krise helfen. „In Zeiten einer schweren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise sind Niedrigenergiegebäude eine sichere und tragfähige Investitionsmöglichkeit für die Gesellschaft und für Privatinvestoren“, erklärte Industriekommissar Antonio Tajani bei der Vorstellung seiner Strategie für die Bauwirtschaft.

Trotz ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile hätten sich diese Gebäude noch nicht auf dem EU-Markt durchgesetzt. Von etwa 20.000 bisher in der EU gebauten Niedrigenergiehäusern stünden schätzungsweise 17.000 in Deutschland und Österreich, erklärte der Kommissar. Das Europäisches Parlament und die Mitgliedstaaten müssen der Strategie noch zustimmen.

Das Baugewerbe erwirtschafte rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union und beschäftige 20 Mio. Menschen - vor allem in Klein- und Kleinstunternehmen, teilte die Kommission weiter mit. Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe aber zwischen Januar 2008 und April 2012 in der gesamten Europäischen Union zu einem Einbruch der Hoch- und Tiefbauaufträge um 17 Prozent geführt. Die Liquidität der Bauunternehmen leide unter eingeschränktem Kreditzugang und zunehmendem Zahlungsverzug. Auch sei der Zugang zu Märkten in Drittstaaten wegen laxerer Auflagen und Staatsbeihilfen für Mitbewerber schwierig. Hinzu komme die neue Gebäudeeffizienzrichtlinie, die bis Juli dieses Jahres von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste. Die Richtlinie sieht vor, dass neue und substanziell renovierte Gebäude in der EU künftig höheren Energiestandards entsprechen und zu einem „wesentlichen Anteil“ aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden.