Die Einleitung eines Vergabeverfahrens an einen privaten Investor im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) durch die Landesregierung ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Sanierung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) an den Standorten Kiel und Lübeck. Wie Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) mitteilte, umfasse das maximal vorgesehene Volumen des baulichen Masterplans an beiden Standorten 380 Mio. € als ÖPP-Projekt für die Gebäude der Krankenversorgung und 160 Mio. € öffentlicher Finanzierung für Immobilien des Bereichs Forschung und Lehre. Der private Investor soll die Gebäude übernehmen, sanieren, für 25 Jahre betreiben und an das UKSH verpachten. Damit setze die Landesregierung die bisher größte Zukunftsinvestition im Bereich Wissenschaft und medizinischer Versorgung in Gang, dabei bleibe das UKSH in öffentlicher Hand, sagte de Jager. Er betonte, dass mit dem Startschuss für den so genannten Wettbewerblichen Dialog ein Beschluss des Kabinetts und eine Aufforderung des Landtags vom September 2011 erfüllt werde.
Im ersten Schritt werde das UKSH in Zusammenarbeit mit der Landesregierung den Teilnahmewettbewerb EU-weit ausloben – mit einem Zuschlag an einen Investor sei Ende 2013 zu rechnen. Wie de Jager weiter sagte, soll sich das ÖPP-Modell von allein tragen, indem die Pacht-Entgelte an den Investor aus den Effizienz-Steigerungen der modernisierten UKSH-Immobilien finanziert werden. Dies könne allerdings nur gelingen, wenn zugleich die Rationalisierungsprozesse im Klinikum konsequent weitergeführt würden. Zu einer entsprechenden Empfehlung komme auch das Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO aus Hamburg, die im Auftrag des Wissenschaftsministeriums die Berechnungen des UKSH auf deren Plausibilität hin überprüft hatte. Das Vergabeverfahren bezeichnen die BDO-Experten als alternativlos.
